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Die Joe Breeze Story

Joe Breeze baute vor über 35 Jahren das erste moderne Mountainbike – die wenigsten wissen das. Bis heute macht er keinen großen Hehl daraus.

Er ließ sich wieder huldigen – Gary Fisher, der selbsternannte “Godfather of Mountainbikes”. Auf der diesjährigen Eurobike zog er sich wieder seinen Glitzeranzug an und los ging die Gary-Fisher-Show. Die wenigsten wissen jedoch, wer das erste Mountainbike tatsächlich konstruiert hat – Joe Breeze.

Der gebürtige Kalifornier gehörte neben Bike-Legenden wie Gary Fisher, Charles Kelly und Tom Ritchey zu einer Gruppe von Hippie-Bikern, die rund um den Mt. Tamalpais in Marin County lebten. Auf alten, umgebauten Schwinn-Cruisern stürzten sie sich Anfang der Siebziger den Berg hinunter. Doch die alten Rahmen brachen, also begann Breeze einen stabileren zu konstruieren. Inspiriert von den alten Cruiser-Bikes führte er Testreihen durch und vermaß jeden Zentimeter der alten Modelle. Das berühmte Repack-Rennen diente als Teststrecke. “Beim Repack zeigten alle ihr neues Zeugs, sei es neue Ausrüstung oder neue Fahrkünste. Es war mit seinen knapp 400 Höhenmetern auf 3,2 Kilometern und 30 Kurven der härteste Materialtest, denn wir kannten”, erinnert sich Breeze.

Im September 1977 präsentierte er seinen Bike-Kumpels das Breezer No. 1, das erste moderne Mountainbike. Anstatt der geschwungenen Verstrebungen der alten Cruiser-Rahmen glänzten nun zwei Rohre, die sich vom Steuerrohr bis zur Hinterachse durchzogen. Das neue Bike hatte seinen ersten Repack-Test bestanden – Joe Breeze gewann das Rennen mit zehn Sekunden Vorsprung. Das Telefon stand darauf nicht mehr still, alle wollten ein Breezer. Breeze arbeitete im Akkord, im Frühling 1978 gab es bereits Breezer No. 10. Doch er dachte schon weiter: “Ich habe dann anstatt der Doppelrohre das Unterrohr dicker gestaltet. Damit habe ich bei gleicher Steifigkeit knapp ein halbes Kilo und zehn Schweißnähte gespart.”